An(ge)dacht


„Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken.“
Hebräer 10,24 – Monatsspruch Oktober

 

Ute Waffenschmidt-Leng

Liebe Gemeinde,

das ist der Satz, der uns als Monatsspruch für den Monat Oktober begleiten soll. Und ich finde, er trifft den Nerv unserer Zeit: das, was uns, unserer Gesellschaft, unserer Welt gut täte, ja dringend nötig ist! Das wäre nämlich rettend, wenn wir aufeinander achthätten. Nicht im Sinne der gegenseitigen Kontrolle, sondern im Sinn des gegenseitigen, wertschätzenden und unterstützenden Wahrnehmens.
 
Wir wissen alle, wie gut es tut, wahrgenommen zu werden mit dem, was uns umtreibt, da, wo es uns vielleicht nicht gut geht, wo wir schmerzlich unsere Grenzen spüren, wo wir Hilfe brauchen, wo wir vielleicht in verzweifelten Sorgen stecken, wo wir keinen Ausweg sehen. Wahrgenommen zu werden ist rettend in solchen Situationen.  

Wahrgenommen zu werden – das ist aber auch eine Form von Wertschätzung. Vielleicht kennen Sie das auch: wie verletzend es ist, wie traurig es macht, nicht wahrgenommen zu werden in dem, was Sie tun und leisten – am Arbeitsplatz, in der Familie, in Bereichen, in denen Sie sich ehrenamtlich engagieren… Wo aber gesehen wird, was Sie einbringen an Kraft und Einsatz, Energie und Phantasie, an Kreativität, an Zeit – kurz, wo Sie Wertschätzung spüren und erleben – da löst das Freude aus, da spüren Sie Lust am Engagement, da ist es schön, sich einzubringen und es macht Spaß.

Wo wir aufeinander achtgeben, da entsteht eine Atmosphäre, in der wir uns aufgehoben fühlen. Da sorgen wir füreinander – nicht jede/r für sich selbst. Und das verhindert, dass Menschen unter den Tisch fallen, einfach so. Wir wissen ja, wie gut es tut, wenn andere für uns eintreten, wo wir es für uns selbst nicht können, weil wir zu bescheiden sind, weil wir uns machtlos fühlen, weil wir müde sind… Wir wissen, dass es oft leichter ist, für andere einzutreten…

Lasst uns aufeinander achthaben! Und lasst uns einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken! Gegenseitiges Anspornen – wir haben es vielleicht schon vergessen im selbstverständlich gewordenen Konkurrenzkampf – gegenseitiges Anspornen hat nichts mit einer zermürbenden Konkurrenz zu tun, die vereinzelt und entsolidarisiert. Es ist vielmehr die gegenseitige Ermutigung und Stärkung, Liebe zu leben und Gutes zu tun. Und diese gegenseitige Ermutigung und Stärkung brauchen wir, denn es gibt genügend Erfahrungen, die uns daran zweifeln lassen, ob wir mit Liebe und mit dem Tun des Guten weit kommen.

Jesus sagt, dass die Barmherzigen, die Friedensstifter, die nach Gerechtigkeit Hungernden, die Erde besitzen werden und Zukunft haben. Und es gibt ja auch diese Erfahrungen: das es rettend ist, dass es ein durch und durch gutes Gefühl macht und dass es sich letztlich doch ‚auszahlt’, wenn wir aufeinander achthaben, uns gegenseitig wertschätzend und aufmerksam wahrnehmen und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken. Es braucht in unserer Gesellschaft Menschen, die genau das tun und leben. Menschen, die zu neuen, guten Erfahrungen verhelfen – konsequent und mit langem Atem, nicht aufgebend – und die so allen gefährlichen Spaltungs- und Vereinzelungsversuchen widerstehen!

Ich wünsche Ihnen / uns gute Erfahrungen mit dem Monatsspruch für den Oktober – auch über den Oktober hinaus!


Ihre
Ute Waffenschmidt-Leng

   

   

   

   

   

   

   

   

   

   

   

   





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